preloader image of the website

Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Post Type Selectors

Logo Kleinwasserkraft
Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Post Type Selectors

Kraftwerk Hafeld

Nach eineinhalb Jahren Bauzeit wurde im September 2021 das Projekt der Kraftwerk Hafeld GmbH eröffnet. Die Baukosten betrugen rund zweieinhalb Millionen Euro. Mit dem Kleinwasserkraftwerk wird gezeigt, dass in Fischlham (Österreich) Klimaschutz und erneuerbare Energien eine zentrale Rolle spielen. Denn mit der Anlage werden nun rund 80 Prozent der Fischlhamer Haushalte direkt mit Strom aus lokaler, regenerativer Wasserkraft versorgt. 

An der Kraftwerksstelle befand sich eine Blocksteinrampe, welche ein unüberwindbares Hindernis für viele Wasserorganismen darstellte. Mit einer Höhe von ca. 3,80 m bei der Blocksteinrampe Hafeld war bei keiner Wasserführung ein Fischaufstieg möglich. Die Gemeinde Fischlham hätte als damalige Konsensinhaberin aufgrund der Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie an der ursprünglichen Rampe einen Fischaufstieg errichten müssen, um die Durchgängigkeit sicherzustellen. Nun ist diese Baumaßnahme mit “etwas” mehr Aufwand für die dezentrale Stromproduktion, und somit auch die regionale Stromversorgung, durchgeführt worden. Mit der speziellen Anordnung der Fischwanderhilfe, deren oberwasserseitiger Ausstieg zwischen den beiden Turbinen situiert ist, wird auch eine optimale Auffindbarkeit für den Fischabstieg gewährleistet. 

Anwohner mit einbeziehen 

Bedenken und Widerstand gab es unter anderem vom WWF, der das dortige Vogelschutzgebiet sowie die ökologische Funktion der Alm bedroht sah, sowie von einzelnen Anrainern, die um das Grundwasser besorgt waren, da die Ortschaft Hafeld ihr Wasser über Hausbrunnen bezieht. Daher war es auch eine der Bedingungen der Gemeinde, dass der Grundwasserspiegel durch die Kleinwasserkraftanlage nicht beeinträchtigt werden darf. Der Wasserspiegel wurde mit dem Bau aber weder abgesenkt noch angehoben. 

Besonderheiten und Herausforderungen 

Die Blocksteinrampe Hafeld befindet sich am Kilometer eins der Alm und ist somit das letzte Querbauwerk vor dem sogenannten Almspitz, der Mündung der Alm in die Traun. Aus diesem Grund und weil sich der Bereich zudem im FFH-Schutzgebiet befindet, war die Umsetzung besonders herausfordernd. Um die Struktur des stark regulierten Unterlaufes zu verbessern, wurden mehrere große Buhnen errichtet und weitere Maßnahmen wie Platzierung von Raubäumen gesetzt. Weitere Maßnahmen wie die Sicherung einer großen Schotterbank wurde von den Naturschutzbehörden aufgetragen. Um den Geschiebetransport zu optimieren wurde eine Ausführung als Powergate-Anlage gewählt. Diese ähnlich einer Schützentafel beweglichen Turbinen können im Falle von Hochwasser angehoben werden und gewährleisten so den Schottertrieb unter der Anlage hindurch. Um das gesamte Wasser abarbeiten zu können, mussten zwei Turbinensätze eingebaut werden. Dies ermöglichte dann weitere Verbesserungen auch für die Fischwanderung. 

Fischwanderhilfe 

Die Fischwanderhilfe wurde aufgrund der beengten Platzverhältnisse als Schlitzpass (Vertical-Slot) ausgeführt. Die Fischwanderhilfe wurde so ausgeführt, dass diese sowohl als Fischauf- wie auch als Fischabstieg dient. Dazu wurde der flussaufwärts gelegene Ausstieg zwischen den zwei Einlaufkanälen der Wasserkraftanlagen angeordnet. Um die Fischwanderhilfe für abstiegswillige Fische und Wasserorganismen möglichst einfach auffindbar zu gestalten, wurde in den der Fischwanderhilfe zugwandten Einlaufwänden Aussparungen ausgeführt. Diese reichen von der Einlaufsohle bis zum Wasserspiegel und wurden in einer Linie mit derselben Neigung wie die Vertikalrechenfelder ausgeführt. Dadurch können abstiegswillige Fische, die mit der Hauptströmung zu den Feinrechenfeldern gelangen, ohne Umwege in den Kanal der Fischwanderhilfe wechseln und über die Fischwanderhilfe abwandern. Die Fischwanderhilfe weist eine Länge von 98 m auf und besteht aus 31 Schwellen und 30 Becken. Ausgelegt wurde die Fischwanderhilfe auf die Niederwasserführung, sodass bei steigendem Unterwasserspiegel die letzten Becken eingestaut werden. Mit dieser Vorgangsweise kann auch bei Niederwasser eine Beckendifferenz in den unteren Becken von ca. 13 cm eingehalten werden. 

Ökologie 

Das KW Hafeld ist ein Beispiel dafür, wie sich die ökologische Verbesserung eines Flusses mit der Gewinnung von erneuerbaren Energien vereinbaren lassen. Denn neue, aber auch revitalisierte Kleinwasserkraftwerke sind mit einem guten ökologischen Gewässerzustand und somit auch mit der Wasserrahmenrichtline kompatibel. 

Durch den Bau des Kraftwerks konnte ein ungenutztes Querbauwerk durchgängig gemacht werden. Die Anlage dient somit auch als Beispiel dafür, wie die Kleinwasserkraft bei bereits regulierten Gewässern für eine Verbesserung der ökologischen Situation, bei gleichzeitiger energetischer Nutzung sorgen kann. Es zeigt damit auch, dass neben der Revitalisierung bestehender Kraftwerke, auch die Errichtung neuer Anlagen auf bestehenden Querbauwerken sowohl ökologisch als auch volkswirtschaftlich sinnvoll ist.

Kraftwerk Wildenthal

Die Anlage befindet sich an der Saalach, an einem der ältesten Kraftwerksstandorte des Pinzgaus. Nachweislich wird dort seit spätestens 1897 Strom erzeugt. Bereits...

Das Kraftwerk im Skigebiet Riesneralm  

Im Mai 2019 wurde das innovative „Beschneiungs-Kleinwasserkraftwerk“ in Betrieb genommen. Bei diesem einzigartigen Konzept wird das mit einem Kleinwasserkraftwerk zur...

Kleinwasserkraftwerk Rechtenstein 

Seit mindestens 460 Jahren wird die Wasserkraft am Standort in Rechtenstein genutzt. Die erste (bekannte) urkundliche Erwähnung einer Getreidemühle stammt aus dem Jahr...

Kraftwerk Kemating

Das Kraftwerk Kemating in der Gemeinde Roitham wurde erstmals 1900 mit der Genehmigung zur Errichtung einer Holzschleiferei für die Papierfabrik erwähnt. Nach mehreren...

Wasserkraft und Wirtschaft – Lohmann Stahl 

Die Kleinwasserkraft spielt eine bedeutende Rolle für die europäische Wirtschaft: Bereits weit vor 1900 konnten sich durch sie Wirtschaftsstandorte in ländlichen...

Das Kleinwasserkraftwerk in Ernstmühl

Die Wasserkraftanlage Ernstmühl wurde im Jahr 2015 durch den Eigentümer Martin Burkhard mit sehr viel Eigenleistung revitalisiert. Die alte Wasserkraftanlage befand...

Kleinwasserkraftwerk Hausen 

Die Wiese entspringt im Naturpark Südschwarzwald und mündet in der Schweiz in den Rhein. Über die Jahrhunderte wurde ihr Verlauf durch menschliche Eingriffe verändert,...

Kleinwasserkraftwerk Alfredstal  

Das Wasserkraftwerk Alfredstal liegt an der Donau bei Obermarchtal und ist seit 1903, also seit fast 120 Jahren, in noch weitestgehend ursprünglichem Zustand in...

Ein neues Tor zum Lesachtal

Am Standort des aktuellen Wasserkraftwerkes am Ausgang der Schluchtstrecke des Lesachtales nach Kötschach-Mauthen wurde vor der aktuellen Nutzung seit Generationen die...

Innovatives Projekt am Kleinsölkbach

Trotz jahrelanger und detailreicher Planung stand das ursprüngliche Kraftwerkskonzept auf Grund der schwierigen Finanzierbarkeit immer auf der Kippe. Doch das...