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PFAS – die unsichtbare Gefahr in unseren Gewässern

Die europäischen Flüsse sind sauber, viel sauberer als noch in der Mitte des letzten Jahrhunderts, in denen Kläranlagen keine dritte Reinigungsstufe hatten und Firmen ihre Abwässer teils ungefiltert in das Flusssystem eingeleitet haben. Heute gibt es in der Regel drei, teilweise vier Reinigungsstufen, Firmen haben hohe Auflagen betreffend ihrer Abwässer.  

Dennoch gibt es chemische Stoffe, die ins Gewässer gelangen und dort sowohl Tieren als auch Menschen schaden. Das Thema des Reifenabriebs ist nur eines davon. 

Derzeit wird in den Medien wiederholt die schädliche Wirkung der PFAS diskutiert. Geruchsneutral und unsichtbar sind die PFAS (per- und polyfluorierte Chemikalien) höchst gesundheitsschädigend und extrem langlebig. Die Chemikalien können weder durch Bakterien noch durch Wasser oder Licht abgebaut werden. Mehr als 10.000 künstlich hergestellte Stoffe zählen dazu. Diese sind unter anderem in Kosmetika, Pizzakartons, Kaffeebechern, Reinigungsmitteln, Farben, Beschichtungen, Löschschaum und anderen Produkten des Alltags enthalten. PFAS stehen unter Verdacht zu Krebs, Fettleibigkeit und Entwicklungsstörungen bei Kindern zu führen, sowie unfruchtbar zu machen. 

PFAS in Deutschland 

Deutschland prüft derzeit, ob diese Stoffe verboten werden können – folgerichtig, wenn es darum geht unsere Gewässer in einen guten chemischen Zustand zu bringen. Die Beseitigung der großflächigen Verbreitung dieser giftigen Stoffe würde sich laut einer Studie des Nordischen Ministerrates auf etwa 17 Milliarden Dollar belaufen. Womöglich auch deshalb kommt die Sanierung der verseuchten Flächen kaum voran. Auch eine systematische Untersuchung von mit PFAS verunreinigten Gebieten bleibt bisher aus.  

Deutschland ist mit sechs Standorten an denen PFAS produziert werden europäischer Spitzenreiter in der Herstellung der Chemikalien. Messungen zeigen, dass im Regenwasser teils mehr PFAS vorkommen, als in der EU erlaubt sind. Auch im Grundwasser gibt es hohe Vorkommen. Über den Regen verteilen sich die Stoffe selbst in entlegenste Gebiete der Welt. 

In Deutschland sollen nun ab 2026 Grenzwerte gelten, die jedoch als deutlich zu gering kritisiert werden. Dies würde immerhin zu einer verpflichtenden Messung und damit zu einem Abbild der tatsächlich vorhandenen Schadstoffe führen. Wasserversorgungsunternehmen beklagen bereits jetzt die hohen Kosten, die durch neue Filtermaßnahmen auf sie zukommen werden und fordern die Verursacher, also die Industrie, dazu auf für diese Nachrüstungen zu zahlen, um nicht die Endverbraucher zusätzlich zu belasten.

PFAS in Österreich 

Auch in Österreich ist eine Belastung durch PFAS gegeben: 2021 wurde vom Institut für Hydroanalytik die Trinkwasserbelastung durch PFAS untersucht: in 113 von insgesamt 264 Proben wurden PFAS nachgewiesen. 

Eine interaktive Europa-Karte, wo PFAS-Belastungen europaweit gemessen wurden, findet man hier.

Fazit

PFAS stellen eine Belastung für unsere Umwelt und insbesondere auch für unsere Gewässer dar. Durch die vielfältige Eintragsquellen sind PFAS auch für die menschliche Gesundheit relevant, beispielsweise weil sie durch den Verzehr von Fisch und Fleisch aufgenommen werden. Da die Entfernung aus der Umwelt schwierig bzw. mit enorm hohen Kosten verbunden ist, bleibt auf eine strengere Regulierung nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten EU zu hoffen, um nicht nur die Gesundheit des Menschen zu schützen, sondern auch um die Gewässerökologie in diesem Bereich zumindest auf demselben Stand halten zu können.

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