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Die wahren Kosten der Stromgewinnung 

Der ökologische Fußabdruck der Menschheit ist gewaltig. Der Earth Overshoot Day, an dem die Menschheit die Ressourcen aufgebraucht hat, die die Erde innerhalb eines Jahres wiederherstellen kann, fiel 2021 auf den 29. Juli. Und er rückt jedes Jahr im Kalender weiter nach vorne. 

Jeder noch so geringe Eingriff in die Natur hat Auswirkungen und führt zu Veränderungen. Im Bereich der Energieerzeugung ist der Fußabdruck besonders groß. Darunter fällt etwa der Ausstoß schädlicher Treibhausgas- und Luftschadstoffemissionen, das Risiko nuklearer Unfälle, die Zerstörung von Dörfern und Wäldern durch Kohleabbau (z.B. am Hambacher Forst), Lecks an Ölpipelines, und vielem mehr. 

Die tatsächlichen Kosten, die hierbei verursacht werden, sind schwer zu bepreisen. Auch das Zusammenspiel zwischen den menschlichen Eingriffen und der Ökologie sowie der Tierwelt in den vielen unterschiedlichen Bereichen kann – besonders wenn es um langfristige Folgen geht – oft nur annähernd dargestellt werden. Daher sollte jeder Eingriff wohlbedacht sein und einen Nutzen liefern.  

Auch der Bau einer Wasserkraftanlage ist ein Eingriff in die Natur und verändert die Gegebenheiten vor Ort. Gleichzeitig ist die Erzeugung von erneuerbarer Energie durch Kleinwasserkraft ein wesentlicher Baustein auf dem Weg in eine emissionsfreie Zukunft. Die Herausforderung, die sich hier stellt, ist, in einer emotional besetzten Debatte einen kühlen Kopf zu bewahren und sich im Einzelfall mit den Alternativen und Folgen auseinanderzusetzen.  

In der Studie „Was Strom wirklich kostet“ des Forums ökologisch-soziale Marktwirtschaft (FÖS) e.V., Greenpeace Energy und Bundesverband WindEnergie wurden die gesamtgesellschaftlichen Kosten der Stromerzeugung erhoben, wobei drei Kriterien einbezogen wurden: der Marktwert des Stroms, die staatliche Förderung durch Finanzhilfen sowie Steuervergünstigungen und die externen Kosten. Laut der Studie belaufen sich die gesamtgesellschaftlichen Kosten pro Kilowattstunde Strom bei Braunkohle auf 14,9 Cent, bei Atomenergie auf mindestens 14,2 Cent (bei Annahme des oberen Grenzwertes sogar 34,4 Cent). Die Kilowattstunde aus Wasserkraft beläuft sich auf 8,5 Cent, bei Windenergie sind es 9,2 Cent.

Diese Kosten werden von allen Bürgerinnen und Bürgern getragen. Dabei ist vielen klar, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland über die EEG-Umlage direkt unterstützt wird. Was vielen aber nicht klar ist, ist, dass die konventionellen Energieträger über Steuerabgaben ebenfalls indirekt subventioniert werden.  

Auch die externen Kosten der Stromproduktion der einzelnen Erzeugungsarten werden in der FÖS Studie genannt, wobei dieser für die Wasserkraft mit 0,2Ct/kWh am geringsten ausfällt. Zum Beispiel ist der Betrieb einer Wasserkraftanlage praktisch vollständig CO2 frei, nur beim Bau wird durch den Einsatz von Beton CO2 freigesetzt. 

Der Betrieb einer Kleinwasserkraftanlange senkt die gesamtgesellschaftlichen Kosten, da nahezu kein CO2 ausgestoßen wird.

Der Wasserkraftsektor kompensiert und internalisiert einen Großteil der angefallenen ökologischen externen Kosten, indem Maßnahmen zur Instandhaltung und Verbesserung der Ökologie an und in Gewässern vorgenommen werden. 

Ein Beispiel hierfür ist etwa die Umsetzung der Maßnahmen zur Durchgängigkeit an Flüssen, die von der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) gefordert werden. Diese werden zum einen von Bund, Ländern und Kommunen und zum anderen von privaten Wasserkraftwerksbetreiberinnen getragen. Laut Zwischenbericht 2018 zur Umsetzung der WRRL in Baden-Württemberg wurden 29% der Maßnahmen, also rund 1/3, von Privaten getragen. Damit werden mehr externe Kosten internalisiert als vom Sektor selbst produziert werden. 

Hinzu kommt, dass dezentral erzeugter Strom aus Kleinwasserkraft kostspielige Investitionen in die Netzinfrastruktur reduziert, insbesondere im Bereich neuer Übertragungsnetze. 

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