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Die Energiewende ist schaffbar! 

Mark Z. Jacobson von der Stanford University veröffentlichte vor kurzem ein Paper mit dem Titel “Low-Cost Solutions to Global Warming, Air Pollution, and Energy Insecurity for 145 Countries”. Es baut auf Jacobsons früherer Arbeit auf, indem es neue Länder und neuere Energieverbrauchsdaten aus allen Regionen und Berechnungen hinzufügt. Unsicherheiten gibt es bei der Batteriepreisentwicklung, der Wichtigkeit der Batterie und die Entwicklung neuer Technologien, dennoch ist sich Jacobson sicher, dass diese Hürden kein Hindernis für den Übergang darstellen. In der Studie wird skizziert, wie 145 Länder (verantwortlich für 99,7% der weltweiten CO2-Emissionen) ihren Energiebedarf zu 100% mit Wind-, Wasser-, Sonne-, thermischer Energie sowie Wellen- und Gezeitenkraftwerken und Energiespeicherung decken könnten. Dafür müssten 0,53% der weltweiten Landfläche verbaut werden. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die erforderlichen Investitionen für die Umstellung in allen betrachteten Ländern vor allem aufgrund niedrigerer Energiekosten innerhalb von sechs Jahren amortisieren. Durch den Energiewandel gehen zwar Arbeitsplätze in den Bereichen Bergbau und fossile Brennstoffe verloren, weltweit könnten jedoch 28 Millionen Arbeitsplätze mehr geschaffen werden. Lediglich in Russland, Kanada und Teilen Afrikas werden Nettoarbeitsplatzverluste erwartet, da die Volkswirtschaften dieser Regionen stark von fossilen Brennstoffen abhängig sind. 

Ob solche Kraftwerke bald der Vergangenheit angehören?

Studienergebnisse

Knapp 95% der Technologien, die zur Umsetzung der vorgeschlagenen Pläne benötigt werden, sind bereits kommerzialisiert. Die globale Energiewende ist daher bereits mit den heutigen Technologien möglich. Dafür würde es weltweite Investitionen in Höhe von 62 Billionen Dollar benötigen. Diese Zahl klingt zwar im ersten Moment drastisch, würde sich aber innerhalb von sechs Jahren amortisieren, da es weltweit zu Einsparungen von 11 Billionen Dollar jährlich kommen würde. Die Amortisation erfolgt durch Energieverkäufe und nicht durch Subventionen. Ein wesentlicher Faktor ist dabei die Elektrifizierung, wodurch es in der Regel zu einer Effizienzsteigerung kommt. Ein Beispiel von vielen ist der Dieselmotor, der im Vergleich zu einem Elektromotor rund 70% mehr Energie verbraucht. Insgesamt soll es durch die Elektrifizierung zu einer Kostenreduktion von rund 63% kommen. Die Kapitalkosten dieser Elektrifizierung amortisieren sich durch die Einsparungen von Energie-, Gesundheits- und Klimakosten. Durch ein Energiesystem, das zu 100% auf Wind-, Wasser- und Solarenergie beruht, könnten die jährlichen privaten Energiekosten im Basisfall um 62,7% (von 17,8 Billionen USD auf 6,6 Billionen USD pro Jahr) im Vergleich zum Business-as-Usual-Modell (aktuelles Energiemodell) reduziert werden. Dies ist auf einen geringeren Endenergieverbrauch und auf niedrigere private Kosten pro Energieeinheit zurückzuführen. Zusätzlich werden die Kosten des Gesundheitswesens reduziert. Auch die Folgekosten und Folgeschäden fallen aufgrund eines gebremsten Klimawandels geringer aus. Diese Ergebnisse deuten auf einen erheblichen privaten und sozialen Kostenvorteil des Übergangs hin.

Knackpunkt – der Wille 

Obwohl die Studie eindeutige Belege dafür liefert, dass ein vollständiger Übergang zu 100% Erneuerbarer Energie sowohl technisch als auch wirtschaftlich möglich ist, warnt Jacobson davor, dass noch viel Unsicherheit besteht, dass die vollständige Umstellung bis spätestens 2050 erfolgen kann, idealerweise jedoch bis 2035. Die wichtigste Hürde ist der politische Wille, der vorhanden sein muss, um einen Übergang in dem erforderlichen schnellen Tempo herbeizuführen. Wenn jedoch der politische Wille vorhanden ist, wird der vollständige Übergang zu sauberen, Erneuerbaren Energien im Vergleich zum Business-as-Usual Modell den Energiebedarf, die Kosten, die Sterblichkeit durch Luftverschmutzung, die globale Erwärmung und die Energieunsicherheit erheblich reduzieren und gleichzeitig Arbeitsplätze schaffen. 

Ausblick

Bei der Studie handelt es sich um eine technische Analyse. Auf Basis dessen sind die Möglichkeiten gegeben, die Energiewende in Österreich wie auch auf der gesamten Welt umzusetzen. Die Bereitschaft dazu wird in der Studie nicht berücksichtigt, denn jedes Windrad und jede Freiflächen-PV wird mit Gegenwind aus dem privaten und politischen Bereich zu rechnen haben. Ausgaben für den Ausbau der Erneuerbaren Energien sind keine Kosten, sondern Investitionen in unsere Zukunft. Im aktuellen System verlagern wir die heutigen Umweltkosten auf die nächsten Generationen. Die Folgekosten des Nichtstuns sind gigantisch. Die Studie zeigt einmal mehr, dass der Ausbau der Erneuerbaren nicht optional ist. Die technischen Möglichkeiten sind vorhanden – es liegt an der Politik, der Wirtschaft und letztendlich auch an der Gesellschaft als Ganzes, diese Potenziale nicht nur für unsere eigene Gesundheit und unseren Wohlstand, sondern auch für unsere Nachkommen schon jetzt zu sichern. 

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