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36 Jahre Tschernobyl 

Vor 36 Jahren, um 1:23 nachts, ereignete sich die größte Nuklearkatastrophe der Geschichte – ein Reaktorkern des Atomkraftwerks Tschernobyl explodierte.  

Die Explosion des Reaktors in Block 4 war einer Verkettung mehrerer Fehlentscheidungen geschuldet. Es sollte ein Stromausfall simuliert werden. Dazu wurde erst das Notkühlsystem des Reaktors ausgeschaltet. Die Gründe hierfür sind bis heute nicht geklärt. Die Reaktorleistung wurde stufenweise heruntergefahren. Minimallast des Reaktors waren 20%, aus erneut unbekannten Gründen – vermutlich durch die falsche Eingabe eines bestimmten Wertes – fiel die Leistung des Reaktors auf 1%. Danach wurde der Reaktor auf 7% der Leistung stabilisiert, das Experiment wurde fortgeführt. Die Sicherheitsventile wurden geschlossen, wodurch es innerhalb kürzester Zeit zu einem enormen Leistungsanstieg kam, der zu einer unkontrollierten Kernschmelze und einer gewaltigen Explosion führte. 

Folgen des Unfalls  

Im Zuge der Explosion entwichen große Mengen radioaktiver Strahlung in die Atmosphäre und wurden durch Windströmungen über halb Europa getragen. In vielen Ländern, unter anderem in Österreich, Schweden und Finnland, lagen die Strahlungsniveaus über dem definierten Grenzwert.  

Die sogenannten Liquidatoren, also jene Personen, die an den Aufräumarbeiten rund um das Atomkraftwerk beteiligt waren, waren teils mit unzureichender Schutzkleidung ausgestattet und bekamen dadurch hohe Strahlendosen ab.  

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass etwa zwei Millionen Kinder im Umkreis stark verstrahlt wurden, wovon etwa ein Drittel im Laufe ihres Lebens an Krebs (vorrangig Schilddrüsenkrebs) erkrankten oder noch erkranken werden.  

Über die mit dem Unglück direkt in Zusammenhang stehenden Opferzahlen herrscht bis heute Unklarheit. Je nach Studie unterscheidet sich die Datenlage. Die Weltgesundheitsorganisation geht von 17.000 Toten aus, Greenpeace von mehr als 90.000. 

Auch die wirtschaftlichen Folgen waren und sind enorm. Diese betreffen nicht nur die Ukraine selbst, sondern auch viele andere Staaten, unter anderem auch Österreich und Deutschland. Deutschland beispielsweise investierte mittlerweile mehr als 1 Milliarde Euro in die Installationen eines bundesweiten Messystems und als Beteiligung für den Bau des Sarkophags, der über der Ruine errichtet wurde. Zudem wurden zahlreiche Kompensationszahlungen geleistet, unter anderem für Jäger und Landwirte, die zu stark verstrahlte Produkte nicht verkaufen konnten. 

Der „Sarkophag“ über den Ruinen der explodierten Reaktorblöcke

Die momentane Lage in der Ukraine 

Auch der Krieg, der momentan in der Ukraine herrscht, hat Auswirkungen auf den stillgelegten Reaktor. Zwischenzeitlich war das Areal von russischen Truppen besetzt, der Reaktor war teilweise vom Stromnetz abgeschnitten. Die Anlage ist weiterhin vom Stromnetz abhängig  – noch immer lagern dort Brennstäbe, die gekühlt werden müssen. Trotz des Ausfalls kam es glücklicherweise zu keinem Zwischenfall. Medienberichten zufolge haben sich die russischen Truppen aus dem Areal zurückgezogen.  

Atomkraft in Europa 

Dieses Jahr wird in Deutschland der letzte Kernreaktor abgeschalten. Trotz dieses Erfolges ist die ständig drohende Gefahr eines erneuten GAU (größter anzunehmender Unfall) nicht gebannt – in Europa gibt es noch immer 104 Atomkraftwerke, die meisten davon in Frankreich. Zudem wollen andere Länder wie Polen in die Atomenergie einsteigen – der erste Reaktor soll dort 2033 ans Netz gehen. Die EU Taxonomie-Verordnung stuft die Atomkraft als nachhaltige Energieform ein. 

Fazit 

Menschliche Fehler wie jener, der zur Atomkatastrophe von Tschernobyl geführt hat, sind unvermeidbar. Sie können erneut auftreten, und gerade in solch kritischen Kontexten wie bei der Atomkraft können sie zu ungeahnten Konsequenzen führen.  

Der heutige Tag soll daran erinnern, welche Gefahren in der Atomkraft liegen. Gleichzeitig ist es wichtig, anhand dieses Beispiels zu erkennen, dass eine grüne, sichere Zukunft bei den Erneuerbaren Energieträgern liegt.  

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