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Methanausstoß der Wasserkraft? 

Methangas entsteht bei der Verrottung von organischem Material unter Sauerstoffausschluss, also etwa dann, wenn in tiefen, stehenden Gewässern Baumstämme verrotten. Wenn das Wasser nicht zirkuliert, ist der Sauerstoff in diesen tiefen Schichten irgendwann aufgebraucht und der sogenannte anaerobe Abbauprozess beginnt. Die Menge der in Speicherseen entstehenden Gase haben Forscher von der Washington State University erforscht. Gleich vorweg muss gesagt sein, dass die Studie Daten von Gewässern aus der ganzen Welt enthält, daher muss man sie beim Umlegen auf Österreich oder Deutschland mit Vorsicht genießen. 

Mit den bekannten Zahlen kann man den Methanausstoß für österreichische Staue schätzen 

In Österreich gibt es 82,57 km² an großen Stauseen, um auf Nummer sicher zu gehen, runden wir diese Zahl noch auf und nehmen also insgesamt ca. 100 km² an. Das Endergebnis der Studie sind Treibhausgasausstoße in mg/m²/Tag. Wenn man die von den vorher beschriebenen Gewässern ausgestoßenen Gase in CO2-Äquivalente umrechnet, kommt man auf 0,40 – 1,59 kg/m²/Jahr bzw. 40.000 – 165.000 t CO2e/Jahr. Legt man das auf die 9,67 TWh/Jahr Strom aus Speicherkraftwerken um, kommt man auf 4,3-17,0 g CO2e pro kWh Strom aus Speicherkraftwerken.  Das betrifft also nur Kraftwerke, welche auch Stauseen haben, die für den Methanausstoß verantwortlich gemacht werden.  

Der so geschätzte Ausstoß an Klimagasen, ist also selbst unter ungünstigen Grundannahmen noch sehr klein. Im Vergleich dazu produziert der „durchschnittliche“ Strommix in Österreich 130 – 270 g CO2 pro kWh, also etwa das 10-50 fache. Doch selbst diese Werte sind noch pessimistisch geschätzt. Tatsächlich muss man die Emissionen von Speicherkraftwerken mit jenen von Gaskraftwerken vergleichen, da dies die beiden einzigen Technologien sind, die für Ausgleichs- und Regelenergie (also für die Stabilität unserer Netze) relevant sind.  

Der CO2-Wert fossiler Kraftwerke ist um ein Vielfaches höher als jeder der (Klein-)Wasserkraft

Realistische Betrachtung: der „Klimakiller“ Wasserkraft existiert nicht 

Wie man sieht, geht es bei den Berechnungen nur um Große Speicherkraftwerke. Das ist nicht ohne Grund so, denn die Laufwasserkraft, und vor allem die Kleinwasserkraft hat in der Regel keinen großen Stausee, die auch nur in irgendeiner Form Methan in dieser Größenordnung ausstoßen würden. Laufwasserkraftwerke stehen an Fließgewässern, dadurch ist immer ein Zustrom an Sauerstoff über frisches Wasser gegeben. Darüber hinaus ist eine seriöse Bilanzierung an den oft seit Jahrhunderten anthropogen überformten Gewässern nicht machbar. 

Ein weiterer mindernder Grund ist, dass Stauseen in Österreich meist in den Bergen über oder in der Nähe der Baumgrenze liegen, was bedeutet, dass wesentlich weniger organisches Material in die Stauseen eingetragen wird, als in anderen Regionen der Welt. Das in Österreich wohl deutlich weniger Pflanzen zum Verrotten in die Stauseen gespült werden können, wodurch wiederum der Treibhausgasausstoß vermindert wird, wurde in unserer Abschätzung ebenfalls nicht berücksichtigt. 

Bei der Kölnbreinsperre wird Wasser aufgestaut – weit überhalb der Baumgrenze

Würde man die oben genannten  40.000 – 165.000 t CO2e/Jahr auf die gesamte Wasserkraftproduktion in Österreich umlegen, wäre das Bild nochmals ein ganz anderes. Wir stellen das hier nochmals dar, da von den Kritiker*innen die Wasserkraft ebenfalls immer pauschal betrachtet wird. In Summe wird pro Jahr etwa 44 TWh Strom aus Wasserkraft produziert. Damit errechnet sich ein Wert von 0,95 – 3,88 g CO2e pro kWh die im Durchschnitt in Österreich durch die Methangasemissionen im Zusammenhang mit der Stromproduktion aus Wasserkraft entstehen.  

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